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Graf Hardimund
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Nachtsenat und Wolfstribun

Dass Rom einst von Wolfskindern gegründet wurde, geht aus den Sagen klar hervor. Später ist die Stadt allerdings in die Hände von Blutsaugern gefallen, auch das ist geschichtlich belegt. In der späten Republik beherrschen die Vampire den Nachtsenat, während Werwölfe vor allem unter der Plebs Urbana leben und vom Wolfstribun vertreten werden. Ein Pakt hält den Status Quo aufrecht und verhindert, dass sich beide Gruppen wie überall sonst im Erdkreis an die Gurgel gehen. Auch in Gallien gibt es viele Werwölfe und gerade ist eine gallische Delegation in der Stadt, die ein Ende der Eroberunsgzüge Caesars erreichen will. Soweit der Hintergrund des zweitägigen Zwei-Gruppen-Abenteuers, zu dessen zweitem Spieltag ich gleich aufbreche.

Ich weiß nicht, wieviel davon offizieller World-of-Darkness-Hintergrund und was Eigenkreation der beiden Spielleiter ist. Jedenfalls haben sie sich mal wieder einen trickreichen Plot und interessante Charaktere und Motivationen ausgedacht, soweit ich das schon überblicken kann. Drei gallische Werwölfe (? - von denen einer allerdings kurzfristig von einem SL übernommen werden musste, weil ein Spieler abgesagt hatte) und drei Marionetten des Wahren Senats mächtige Prätoren Roms und vermutlich Ghule kämpfen um das Wohl Galliens bzw. Roms - und vielleicht ein ganz kleines Bisschen für eigene Interessen, die noch nicht bekannt sind. Für Vermittlung sorgen zwei städtische Garou.

Der erste Spieltag gehörte den Verhandlungen, die sich als ziemlich zäh erwiesen, wenn es in die Details ging ("Gut, wir rutschen auf Knien, aber das Wort 'Unterwerfung' darf nicht fallen."), und bei denen kräftig aneinander vorbeigeredet wurde ("Das Lösegeld zahlen wir später im Rahmen der Tribute." - "Akzeptiert, Hauptsache ihr zahlt es sofort"). Als Werwolf und Priester der Luna tat ich mein Bestes, beide Parteien miteinander im Gespräch zu halten. Dabei konnte ich schonmal Propaganda für mein persönliches Ziel machen, Wolfstribun anstelle des Wolfstribuns zu werden. Aufgrund der Dynamik des Verhandlungsgeschehens musste ich meine Einschätzung, was eigentlich besser für mich wäre, mehrfach überdenken: ein günstiger Ausgang für die gallischen Brüder, das Scheitern der Verhandlungen oder eine Einigung um jeden Preis? Das war letztlich auch egal, denn kurz vor dem großen Knall machte einer der Gallierwölfe den Marionetten Prätoren ein Angebot, das sie nicht ablehnen konnten. Auch wenn ich mit wichtiger Miene den Vorschlag überbrachte, hatte ich keinen blassen Schimmer, was es mit der Kette des Romulus und den drei fehlenden Zähnen auf sich hat - und mein römischer Mitgarou angeblich auch nicht.

Heute Nachmittag steht jedenfalls die Übergabe der Kette und die Wahl zum Wolfstribun an.
Tags: rsp, zwei-gruppen-abenteuer
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