Graf Hardimund (grafhardimund) wrote,
Graf Hardimund
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Ärger, wem Ärger gebührt

Ein gelungener Karfreitag: einen Alchimistenkeller geplündert, eine Vision empfangen, eine Stadt an die Orks verraten, eine Kiste Bier geplättet und unseren DSA-Neuling in die Mysterien des Spieler-wissen-mehr-als-Helden eingeführt.

Weiter beim Orkengold in Lowangen: Bei der Fortsetzung der Plünderung beim Flüsterer ging es sofort in die Vollen: Unten im Keller erwartete uns schon Ex-Ariana-Scherge und Flüsterer-Freund Tschako, der Halbork, mit zwei Wachen. Armbrust-Zwerg Frobosch schoss aus dem Hinterhalt. Hoppla, schon war Grim wieder bei zwei Wunden und auf 6 LeP. Da beschränkte ich mich bei der weiteren Erkundung des Kellers so lange wie möglich darauf, den gefangengenommenen Tschako als Schutzschild vor uns her zu schieben. Mit Schnur und Göttervertrauen wurde eine Ignisphärofalle entschärft, dann kam es zum Endkampf im Alchimielabor, in dessen Rahmen der Flüsterer in der DUNKELHEIT entkam. Dass Schwertmeister Babu von Frobosch auf unter 0 LeP runtergewürfelt wurde, hinderte uns an der Verfolgung. Alles in allem sehr kurzweilig und dank Plänen und Pöppeln wurde es übersichtlich, ohne in Kästchenzählerei auszuarten.

Die Stadtwache kam dann genau im passenden Moment, um gleich wieder Tempo zu machen und uns zu schnellen Entscheidungen zu zwingen: Tränke zusammengerafft (mit kryptischen, aber auflösbaren Kürzeln wie H.T.D. = Heiltrank der Kategorie D gekennzeichnet),  Das-was-alle-Suchen eingesackt (samt Alchimistenschale des Flüsterers), Zwerg Frobosch vergessen (der unsere Gesichter und den Geheimgang kennt) und weg.

Ein bisschen Hin und Her gab es dann um das weitere Vorgehen, was unter anderem den Umgang mit Dem-was-alle-suchen einschloss. Das hatte der Flüsterer in seiner Alchimistenschale in Vitriol (= Schwefelsäure) eingelegt. Schließlich einigten wir uns darauf, die Säure im Svellt zu verklappen und schwammen dann selbst den Fluß hinunter hinterher aus der Stadt hinaus. Ziel war "der Streifenmeister Nest", ein Phex-heiliger Platz, an dem eine große Zahl Elstern herumlungerte. Unser Verbündter Viburn, der Phex-Geweihte, der uns aus dem Knast geholt hatte, wollte dort bei geeignetem Mondenstand Das-was-alle-suchen (künftig kurz "Sternengabe" genannt) untersuchen.

Zunächst einmal wurde die Alchimistenschale des Flüsterers in würdiger Form Phex als Oper dargeboten: sie dient nun seinen heiligen Elstern als Vogelbad. Dann rückten wir der Sternengabe mit allen gebotenen astralen, karmalen und profanen Mitteln zu Leibe. Ich denke, wir sind hier an einem Wendepunkt der Kampagne, zumindest gibt es jetzt handfeste, aber gleichwohl kryptische Hinweise auf die Dinge, die da kommen. Und es ist (spätestens) jetzt klar: es wird um einen ganz großen Einsatz gespielt. Ich fasse die Ergebnisse später nochmal zusammen. Dann nämlich, wenn uns der Spielleiter den Visionstext, den er uns dankenswerter Weise gleich zweimal vorgelesen hat, auch nochmal per Mail geschickt hat.

Es steckten jedenfalls jede Menge Spekulationsansätze drin, die zum Teil weit über das Wissen unserer Charaktere in Sachen Magiekunde, Götter & Kulte etc. hinaus. Ein bekanntes Phänomen, das manchmal nervt, das aber meiner Meinung auch einen besonderen Reiz von DSA ausmacht: das Spielgeschehen in ein großes Ganzes einzuordnen, das über den Hotizont des einzelnen, gerade gespielten Charakters hinausgeht. Nur unser DSA-Frischling, der Spieler von Flockis Herrchen, ist in diesen Sachen noch genauso unbeleckt wie sein Hinterwäldler-Held aus Andergast. Damit das nicht so bleibt, hab ich ihm gleich mal die sehr gelungene Hörbuch-Fassung von Thomas Finns "Greifenopfers" aufs Auge gedrückt. Da lernt er unter anderem unseren neuen Kumpel Viborn (der dort Greifwin heißt) kennen, sowie die jetzige Vize-Spektabilität der Lowanger Verwandlungsmagier - und vor allem den Aikar Brazorak, in dessen Geschäfte wir uns wohl gerade einmischen. Soviel ist jetzt wohl klar.

Noch zu beschließen war, was wir mit diesem Wissen beim nächsten Mal anfangen. Zunächst einmal wollten wir jedenfalls auskundschaften, was die Orks, die sich inzwischen vor den Mauern Lowangens sammelten, vorhatten. "Das können wir auch jetzt noch eben machen", meinte der Spielleiter. Und da er, ebenso wie Teile der Spieler, mittlerweile gut einen im Tee hatte, ging es im Orklager recht munter zu.

Wegen Kollaboration mit den Orks waren wir ja eh schon angeklagt, sollten uns die Lowanger ruhig im Orklager sehen. Und da sowohl Babu als auch Grim Kilt-ähnliche Kleidung tragen,  waren aus Braveheart bekannte Gesten zur Stadtmauer hin Pflicht. Oxbrull Schlitzohr, der Orkhauptmann, führte das Kommando, um Flüsterer und Sternengabe zurückzuholen, offenbar mit dem zeitweiligen Segen seines Häuptlings.  Der Flüsterer als gemeinsamer Feind, das verbindet, und die Lowanger hatten wegen des schmählichen Prozesses auch ein bisschen Stress verdient. Ärger, wem Ärger gebührt! Also Oxbrull gesteckt, unter welchem Namen der Flüsterer sein gutbürgerliches Leben in Lowangen führt, und gleich bei der Niederschrift eines Ultimatums geholfen. Dann wurde schonmal vorab der gemeinsame Sieg gefeiert, inlusive  Beischlaf mit Orkfrauen, ein Angebot, das wir nicht ablehnen konnten.

Wie sich diese Sache weiter entwickelt, werden wir erstmal nicht erfahren. Denn am nächsten Morgen tauchte Viburn aus dem Gebüsch auf und steckte uns, dass (andere) Orks eine uns wohlbekannte Albinomenschenachazschamanin entführt haben. Die war zufälligerweise auch in unserer Vision vorgekommen. Damit war also klar, was als nächstes zu tun ist. Ob von Anfang an so im Abenteuer geplant oder vom Spielleiter spontan ausgedacht - ein schöner Cliffhanger fürs nächste Mal.
Tags: orkengold, rsp
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