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Maelin Mallory rätselt über alte Knochen (Lyonesse 2)

Weiter beim Lyonesse-Rollenspiel: Die Helden treffen den groben Vater der holden Maid, hören vom Heiligen, der den Ogern predigte, und speisen beim Gastmahl von zweierlei Fisch.

Wie versprochen, liefern der junge Scholar Maelin Mallory, Ritter Balmor Mac Gareth (in Abwesenheit des Spielers), Feenführer Tom Scarlett und Keltenkrieger Corrathín die Grafentochter Alysanne auf der väterlichen Kettenburg ab, über der das Wappen des Grafen Gorbas prangt: zwei Hände die eine Kette spannen, als seien sie kurz davor, diese zu sprengen. Vor dem Burgtor hängen die Leichen dreier Räuber, die Corrathín als den Dreckigen Dan, den Alten Angus und Maddie die Made identifiziert und über deren Anblick er erstaunlich betroffen ist. Fast scheint es, als gäbe es da eine nähere Beziehung. Doch wahrscheinlich ist unser tapferer Kelte nur ganz allgemein erschüttert ob des hierzulande grassierenden Räuberunwesens. Die nächste Überraschung: Auf dem Burghof steht bereits der Wagen der Einhornfänger aus dem Gasthaus zum Geköpften Mann. Und zu guter Letzt erfahren die Helden, dass der von den unheimlichen Zauberern aus Ys erwähnte Agron ein christlicher Heiliger ist, dessen Gebeine unweit der Burg bestattet sind.

Maelin, der zuvor bei einem Wurf auf Mythology in Sachen Agrons Knochen gepatzt hat, ist bereit grundsätzlich alles zu glauben. Zum Beispiel, dass dieser etwas mit einer kleinen Statue zu tun haben muss, die er mit sich führt, vor seinen Mitreisenden aber bislang verborgen hat. In einem unbeobachteten Moment holt er die unaussprechliche Monstrosität fremdartige Darstellung eines unbekannten Wesens hervor und ist überrascht (schließlich ist doch noch gar nicht Neumond und er hat ihr auch noch keine Münze gegeben*), dass sie orakelt: Agron sei mit Maelins Schicksal verbunden und er solle die geflügelte Rose finden.

    * So hat es Maelin als Ereignis in seiner Vorgeschichte ausgewürfelt: (74) There is a statue in a forgotten niche. When you place a coin in the pool by its feet, it will speak and offer you advice and counsel. You sometimes wonder if it is your only real friend.

Tarte vom Plattfisch an Variationen der Wahrheit
Graf Gorbas von der Kettenburg lädt Scholar und Ritter an seine Tafel ein, während die Gefährten in der Küche versorgt werden. Eine kurze Würfelprozedur auf den einschlägigen Tabellen im Lyonesse-Regelwerk enthüllt, dass an der Herrentafel eine Tarte vom Brill an einer Süßholzsauce serviert werden, dazu gedünstete Guppys in einer perlenden Schwarzkümmelsauce. Erklärt wird diese originelle Kombination von zweierlei Fisch damit, dass sowohl der Christenpriester Patrick als auch die Keltendruidin Vivien einen Fastentag ausgerufen haben. Dazu werden, mal mehr, mal weniger unverblümt, folgende Wahrheiten aufgetischt:


  • Graf Gorbas ist dankbar für die Begleitung seiner Tochter (er ahnt ja nicht, dass seine Grenzläufer sie viel unkomplizierter ohne die Einmischung der Helden nach Hause bekommen hätten).

  • Eigentlich hätte der Graf Alysanne gerne mit zwei Einhörnern nach Avallon geschickt, um dort Eindruck zu machen und eine geeignete Partie unter den Adeligen des Hofes finden.

  • Das ginge nun aber nicht mehr so leicht, weil die Einhörner zwar wie bestellt geliefert, die wiedergefundene Tochter aber offenbar „dumm geworden“ sei.

  • In dieser Notlage könnte ein junger Mallory möglicherweise in Frage kommen, wenn er Interesse hätte (er hat nicht, er muss Magier werden und die Welt retten).

  • Sein Angebot, den Verstand Alysannes wiederzufinden und seine vagen Theorien über einen Feenfluch werden höflich zur Kenntnis genommen.

  • Alysanne sei vor einem Monat mit einem geckenhaften Ritter aus Blaloc durchgebrannt (sein Name wurde möglicherweise genannt ist Sir Trancifal de Valeu, sein Wappen eine weiße Rose auf Grün – und der Beschreibung nach ist er definitv nicht der Könisgbote, mit dem sie aufgegriffen wurde).

  • Die Grenzläufer haben Alysanne ganz in der Nähe eines Zaubererturms wiedergefunden (da diese dünn gesät sind, kann es sich eigentlich nur um Tamurellos Turm handeln).


Zwei Dienste am Land und eine fromme Legende
Am nächsten Tag stehen verschiedene religiöse Unternehmungen an. Corraithín besucht die Druidin Vivien in ihrem Hain und erhält im Namen der Keltengötter den Auftrag, dafür zu sorgen, dass der Ausguck auf dem Burgturm in der Nacht überallhin schaut, nur nicht zu einem Pfad im Wald. Ohne nach dem Weshalb und Warum zu fragen, nimmt der wagemutige Kelte die gefährliche Mission an. Gelöst wird das Problem später wie schon an der Rast der Herrin: Der Rote Tom wird seinen Cantrap wirken und den Wachmann in Trance flöten. Corraithín darf zur Belohnung (oder als zweiten Dienst an den Göttern und dem Land, wie man es nimmt) einen heiligen Beischlaf mit der Druidin vollziehen. Dafür schuldet er Tom nun einen angemessenen, aber nicht näher festgelegten Gefallen.

Tom und Maelin suchen derweil das Grab des Heiligen Agron auf. Schließlich hat Maelin Pater Patrick versprochen, dort gemeinsam mit ihm für Alysannes Genesung zu beten. Und außerdem möchte er endlich die Knochen sehen. Doch das wird nichts, denn sie werden nicht in einem Reliquienschrein in der kleinen Kapelle aufbewahrt, sondern sollen in dem Grabhügel darunter verbuddelt sein. Während Tom Spottreden wider das Christentum führt, erfährt der aufmerksame Scholar:


  • Der Heilige Agron, war (damals weder Christ noch heilig) im römischen Reich einer jener Sklaven gewesen, die sich mit Spartacus gegen die Obrigkeit erhoben.

  • Später begegnete er im Heiligen Land dem Apostel Jacobus, wurde Christ und dessen Begleiter.

  • Als Jacobu in Galizien das Martyrium fand, zog Agron weiter nach Westen und verbreitete das Christentum unter den Menschen von Hybras.

  • Als er auch den Feenwesen das Evangelium predigte, wurde er von einem Oger erschlagen.

  • Er gilt als Schutzheiliger derer, die zu Unrecht in die Sklaverei geraten sind.


Wo sind die Zauberer aus Ys?
Eigentlich gibt es in der Kettenburg für uns erst einmal nichts mehr zu tun. Stattdessen ist es nun an der Zeit, unsere Suche nach einem Heilmittel für Alysanne, dort fortzusetzen, wo sie nach unserer Kenntnis verwirrt aus dem Wald gestolpert ist. Also auf zu Tamurellos Turm, der ja eh das Ziel unserer Reise ist? Oder sollten wir nach Sir Trancifal de Valeu, dem geckenhaften Ritter und Jungfrauenverführer mit der weißen Rose auf Grün, suchen? Der könnte freilich überall sein. Wenn da nicht die an alten Knochen und Kettensprengern interessierten Männer aus Ys wären, mit deren Auftauchen wir hier früher oder später rechnen. Tom und Corrathín haben sie bereits bei Vivien und Patrick als Dämonenbeschwörer und Gefahr für Burg und Kapelle denunziert. Maelin ist da aufgeschlossener und würde gerne mal von Wissensucher zu Wissensucher mit ihnen reden.

Tags: brp, lyonesse, rsp
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