Graf Hardimund (grafhardimund) wrote,
Graf Hardimund
grafhardimund

Maelin Mallory rettet der Welt

Vier Recken ziehen aus, die Elder Isles von Lyonesse zu erkunden, auf einer Mission, deren Sinn und Zweck in den Sternen steht.

Auf die Reise zum Turm des Magiers Tamurello begeben sich nämlich:

  • Sir Balmor Mac Gareth: ein Ritter ohne Furcht und Tadel aus einer Familie, die seit Generationen nichts als Ritter ohne Furcht und Tadel hervorgebracht hat

  • Corraidhín: ein grimmiger, kleiner Kelte („Typ englischer Fußballfan“) mit einem Speer

  • Tom Scarlett oder auch der Rote Tom: ein zauberkundiger Sänger aus dem Fahrenden Volk, der als Feenführer angeheuert wurde

  • Maelin Mallory: ein junger Scholar aus einer dahautischen Adelsfamilie, der bei besagtem Tamurello seine Ausbildung beginnen soll, da ihm prophezeit wurde, dass er dereinst die Welt retten soll, und er außerdem wegen eines Vorfalls, über den man bislang den Mantel des Schweigens gebreitet hat, den Königshof von Avallon eiligst verlassen musste.


Gespielt wird Lyonesse. Das basiert inhaltlich auf der Romantrilogie von Jack Vance, die Motive aus der Artussage auf einen fiktiven Archipel westlich von Spanien, Frankreich und Britannien und in einen Fäntelaltermix aus Völkerwanderung, Rittertum und Renaissance verlegt. Regeltechnisch handelt es sich um einen Abkömmling von Basic Role Play, dem W-Prozent-System, das wir von Cthulhu oder Runequest kennen.

    Randnotiz: Wir könnten es eigentlich auch mit DSA 1 spielen, denn ein PR-Text im Anhang der deutschen Ausgabe des Romans „Herrscher von Lyonesse“ im Verlag Droemer-Knaur erklärt uns, dass man solche Geschichten in fantastischen Welten prima mit diesem gerade neu erschienenen Fantasyrollenspiel erleben könne.

Wir hingegen halten uns an die offizielle Lösung aus dem Verlag The Design Mechanism und entdecken als erstes, dass, obwohl das Regelwerk sogar Tabellen zum Auswürfeln höfischer Bankette enthält, keiner unserer Bediensteten-Charaktere besondere Kochkünste vorweisen kann. Es reicht gerade einmal, dass Tom die von Corratin gefangenen Rebhühner nicht anbrennen lässt. Maelin ist enttäuscht.

Seine Laune bessert sich etwas, als Tom ihm die Geschichte ihres als „Rastplatz der Dame“ bekannten ersten Nachtquartiers erzählt: Ein in einem Unwetter verirrtes Edelfräulein sei von einer namenlosen Göttin gerettet worden und habe zum Dank die Schutzhütte und eine Statue der „Reisenden“ gestiftet. Als Tom an der Statue das übliche Opfer darbringen will, weist ihn eine körperlose Stimme darauf hin, dass eine gefährliche Reise bevorstehe und man deshalb das angebotene Kleingeld und erst recht seinen Blaubeerwein für zu gering erachte. Maelin legt eine Goldmünze in den Opferstock und er wird darum mit einer goldenen Aureole geehrt.

Solcherart beruhigt in der Hütte zur Nachtruhe gegangen und nur mäßig aufmerksam bewacht von unserem Kelten, wurden wir gegen Mitternacht von einer weiteren Reisegruppe überrascht: Drei Grenzläufer des Grafen Gorbas von der Kettenburg, angeführt von Cadrick dem Schwarzen, eskortierten zwei Gefangene:

  • einen geckenhaft gekleideten jungen Mann von eher niedrigem Stand, offenbar übel zusammengetreten und dann gefesselt

  • Alysane, die Tochter des Grafen von der Kettenburg, nicht gefesselt, aber dafür ziemlich weggetreten.


Das entlaufene Töchterlein und ihren ungestandesgemäßen Liebhaber wollten die drei Grobiane bei ihrem Herrn abliefern, was der mit ihnen mache ginge sie nichts an und uns erst recht nichts. Sir Balmor, der hier ritterliche Bauchschmerzen bekam aber offenbar gerne auch Entscheidungen und deren Umsetzung delegiert, zog Tom und Corraidhín zu Rate, ob sie nicht mit List oder Gewalt etwas zugunsten des jungen Glücks ausrichten könnten.

Die Entscheidung liegt schließlich beim jungen Herrn Maelin und der gibt grünes Licht für den Plan:

  • Tom Scarlett lässt auf einer nahen Waldlichtung mithilfe eines Feen-Cantraps sein Flöte schweben und musizieren.

  • Alle rennen raus, um das Wunder zu schauen und sich in einen hypnotischen Reigen um die schwebende Flöte einzureihen.

  • Das gelingt insbesondere denen sehr überzeugend, die ihren Willenskraftwurf nicht schaffen.

  • Maelin setzt einen Glückspunkt ein, um seinen Wurf zu schaffen und ist mit Grafentochter un Liebhaber allein.

  • Erstere bleibt teilnahmslos, letzter lässt sich gerne befreien, weigert sich aber, seine vermeintlichen Geliebte auf der Flucht mitzunehmen.


Er sei ein Bote des Kanzlers von Dahaut und mit wichtiger Botschaft nach Avallon unterwegs gewesen, als er die ihm bis dahin unbekannte Grafentochter in dem selben Zustand, wie wir sie jetzt erleben, im Wald angetroffen habe. Kurz darauf seien die Grenzwächter erschienen und die Missverständnisse hätten ihren Lauf genommen.

Maelin wünscht ihm Glück und reiht sich in den Tanz um die Flöte ein.
Tags: brp, dsa, lyonesse, rsp, runequest
Subscribe

Posts from This Journal “lyonesse” Tag

Comments for this post were disabled by the author