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Graf Hardimund
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Nekomo durchbohrt das böse Herz

Lobet Praios: Die DSA 5 Quanionsqueste besteht das erste Abenteuer nur mit Hilfe der Inquisition.

Da stehen wir nun also vor den Scherben unserer Deeskalationspolitik. Oder vor den Früchten unserer Eskalationspolitik, ganz wie man es nimmt. Bis ihn die vereinte Geweihtenautorität von Praiowin und Burgpraiotin zur Räson bringen kann, hat der Baron noch einen zweiten Dörfler aufgehängt. Dass nun ein Dutzend weitere angebliche Aufrührer einstweilen in den Burgkerker statt an die Eiche kommen, müssen wir wohl als Erfolg werten. Und dann kommt die Inquisition.

Welchen Ersteindruck genau wir auf den höchstehrwürdigen Inquisitor machen, weiß ich nicht. Seine rechte Hand, verkörpert durch einen Gastspieler, wirkt jedenfalls etwas irritiert, als er in einem in Teilen niedergebrannten Dorf als einzigen gesprächsbereiten Menschen einen schwarzen Mann vorfindet, der ihm erklärt, dass der Baron verrückt geworden sei, dass im Dorf ein böser Geist umgehe und Bruder Praiowin ihm alles weitere erklären werde.

Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten
In den Bergen hat Sonnenritter Praiofold immerhin die Rebellen mit seiner Rettungstat einstweilen soweit für sich einnehmen können, dass sie auf eine gewaltsame Befreiung seiner Geretteten Gefangenen verzichten. Als sie die Nachricht von der Ankunft der Inquisition erreicht, verzichten Baronstochter und rebellischer Geweihter außerdem auf weitere Gewalttaten zugunsten eines klärenden Gesprächs in der Burg – das sie unter unserer Vermittlung noch verweigert hatten. Auf der Burg findet unterdessen Praiowin eine gemeinsame Gesprächsbasis mit dem Inquisitor, den er, entgegen Erwartungen und Klischees als wenig karrierebewusst und eifrig, aber besonnen und kompetent einschätzt. Das sind die ersten guten Nachrichten seit langem.

Schlechte Nachrichten bringt derweil Magier Devon. Während Praiofold und Nekomo vergeblich nach unheimlichen Orten und dem schlagenden Herz aus der Vision Praiowins suchen, kümmert Devon sich um die Tochter der Hebamme, die seit dem Morgen krank darnieder liegt. Als sie in der Sprache der Niederhöllen zu reden beginnt, weiß er sich keinen Rat, als Praiowin hinzuzuziehen, und in dessen Schlepptau kommt auch gleich der goldene Knüppel die rechte Hand des Inquisitors mit. Die Besessenheit des armen Mädchens lässt sich zwar relativ leicht austreiben, aber schwerlich noch vertuschen. Das ist Praiowin aber durchaus recht, denn nun können auch der Inquisitor und die Parteien in dem Glaubensstreit nicht mehr die leibhaftige Präsenz des Bösen leugnen.

Stresstest vor Praios
Das Mädchen wird nun ebenfalls in die Burg verfrachtet, wo wir, mit Praios' Hilfe, endlich die Spreu vom Weizen trennen wollen: Am nächsten Tag soll der entsprechend liturgisch bewanderte Inquisitor alle Haupt- und Nebenfiguren vor dem Altar des Heiligen Quanion einer Seelenprüfung unterziehen. Bis dahin kann natürlich noch viel passieren, und so sind verschiedene mehr oder weniger gefährdete NSC zu schützen. Es erwischt die Tochter der Hebamme, bei der Nekomo Wache hält, als sich ein Umhang mit Schwert und Peitsche durchs Fenster schiebt: ein Heshtot, der den nur profan bewaffneten Utulu vor Probleme stellt, dann aber von Sonnenritter und Inquisitorenbüttel mit ihren gesegneten Schwertern standesgemäß zu Schwefel und Ektoplasma zerkloppt wird.

Wir lassen uns noch von der Hebamme bestätigen, dass ihre Tochter das Kind des Barons ist, zugunsten dessen er seine rechtmäßige Tochter enterbt hat, womit wir ein Motiv, aber noch keinen Täter für die Übergriffe haben. Magier Devon vergewissert sich mit seinen gerade über Nacht regenerierten Astralpunkten, dass ein Spiegel aus dem Besitz der Hebamme nicht magisch, sondern wohl nur ein nettes Geschenk des Barons ist. Dann ist er wieder blank.

Kirchenkritiker ernst nehmen
Beim Gottesdienst am nächsten Tag stellt sich heraus, dass der Baron beim praiotischen Stresstest wankt, aber besteht; und dass der Schatzmeister gekniffen hat. Nun endlich durchsuchen wir sein Zimmer und finden Hinweise auf eine nicht standesgemäße Liebe zur Baronstochter. Ihn selbst stellen wir auf der Flucht, wobei er seinen Missfallen an den althergebrachten Bräuchen und der Kirche des Praios heraustrompetet und beachtliche Fähigkeiten sowie deutliche Anzeichen eines Pakts mit dem Herrn der Rache aufweist. Ritter Praifold greift ihn an, kehrt dessen faulen Zauber mit seinem praiosgesegneten Spiegelschild gegen ihn, und gibt Nekomo die Gelegenheit, dem Frevler das vor Hass glühende böse Herz mit einem Speer zu durchbohren.

Fall gelöst – endlich, und nach all dem Gesummse um den Schrein des Heiligen Quanion, den erträumten Endkampf zwischen Gut und Böse und die Vision vom pochenden Herzen des Bösen mit einer etwas enttäuschenden Auflösung. Als Paktierer war unser Gegner zwar keineswegs schlecht, aber für den Aufwand an Bosheit und Fähigkeiten war seine Motivation irgendwie zu – durchschnittlich. Was lernen wir daraus? Dass man unglücklich Verliebte und Kirchenkritiker frühzeitig ernst nehmen muss? Dass unser Magier seine spärlichen Astralpunkte an die richtigen Zauber verschwenden muss? Dass wir, um Praios zu Ehren zu verhelfen, auch mal phexischer vorgehen müssen? Oder dass es ohne die Inquisition einfach nicht geht? Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn uns der goldene Knüppel des Inquisitors bei Gelegenheit mal wieder unterstützt.

Ach ja: Ich hatte es nie explizit erwähnt: Das soeben beendete Abenteuer "Lichtsucher" ist nicht Teil des Kampagnenbandes "Quanionsqueste", sondern ist ein Prequel aus dem Aventurischen Jahrbuch 1036 BF.
Tags: dsa, quanionsqueste, rsp
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