Graf Hardimund (grafhardimund) wrote,
Graf Hardimund
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Tipokatal – Itokal 0:0

Die DSA 5 Uthuria-Expedition schaut im Halbfinale von „Der Gott der Xoartal“ dem Entscheidungskampf zweier Unsympathen zu und erledigt die Oberschurkin auf klassische Weise.

Stellt euch vor, ihr schaut Fußball, und es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die euch aber herzlich gleichgültig bis ehrlich unsympathisch sind. Hoffenheim - Leipzig, oder vielleicht eher Heidenheim – Sandhausen. Irgendwas anderes machen ist keine Option, denn ihr seid nunmal zum Fußballschauen verabredet. Und außerdem ist es für die Tabellenplatzierung eures Vereins oder den Ausgang eines Tippspiels wichtig, dass, sagen wir, Heidenheim mit nicht mehr als drei Toren Unterschied gewinnt.

Das war die Ausgangslage vor der epochalen Schlacht auf dem Meeresgrund zwischen den Xo'artal-Städten Itokal und Tipokatal. Die eine Bastion der traditionellen, wenngleich eher harmlosen uthurischen Namenlosenverehrung, aber unlängst in die Hand einer echten und ziemlich mächtigen Geweihten gefallen. Wie mächtig, sollten wir noch erfahren. Die andere halt Xo'artal-Standard: Wenn sie nicht gerade Leute versklaven oder opfern, dann spannen sie aventurische Heldengruppen für ihre Zwecke ein, ohne sie angemessen zu entlohnen.

Was wir wollten, war eigentlich nur, die „lebende Heilige“ des Namenslosen umzubringen, möglichst bevor sie Hand an den Blutstein Tipokatals legen kann. Denn das, dachten wir, war ihr Plan: die beiden verfluchten Blutsteinhälften vereinen und damit namenlose Dinge tun. Statt uns, wie vom Abenteuer vorgesehen, in der Schlacht auf Seiten Tipokatals zu engagieren, verbargen wir uns also in einem Schiffswrack und lauerten darauf, dass uns der Schlachtverlauf eine günstige Gelegenheit für den Zugriff bietet. Schiffswrack? Ja, die Schlacht fand auf dem durch ein Wunder trockengelegten Meeresboden der Bucht zwischen beiden Städten statt. Auch das hatte mehr Sinn als „wir machen wir mal irgendwas total Abgefahrenes“, wie wir noch sehen sollten.

In den letzten Spielsitzungen hatten wir verschiedene Miniquests erfüllt (oder auch nicht) oder von unseren NSC-Freunden erfüllen lassen (oder auch nicht), und deren Ergebnisse sollten nun den Schlachtverlauf bestimmen. Das lief ein bisschen ins Leere, weil wir uns ja geweigert hatten, an der Schlacht teilzunehmen, geschweige denn, sie als Brettspiel zu spielen. Immerhin sorgte es für Interaktionsmöglichkeiten auf der Spielerbene während des Verlaufs der Schlacht und die eine oder andere unterhaltsame Szene . Ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

dadurch, dass wir ordentliche Waffen besorgt hatten, konnte die Lebende Mauer ihre Werkzeuge und Ackergeräte abgeben und Tipokatal ein zusätzliches Bauernheer ausrüsten, das an geeigneter Stelle verheizt wurde
die Lebende Mauer selbst opferte sich, als eine Flutwelle aus dem Roten Meer heranrauschte und hielt so die Schlacht offen
die uns freundlich gesinnten Burduh-Traditionalisten aus Itokal schossen die Gefiederte Schlange ab, die wir nicht hatten umdrehen können
ein Itokaler Blutmagier zauberte die zweite Hälfte der Maske aus dem Hut, die Mariella offenbar nicht hatte bei den Risso hatte in Sicherheit bringen können
die uralte Madarr zog deren Wirkung auf sich und ließ ihren Schildkrötengeist in die Traumlande schleudern
die Pantherkrieger, die wir durch die Befreiung ihrer Häuptlingskinder gewonnen hatten, wehrten einen Sturmangriff der Stiergarde ab
die Adlergarde aus Itokal fiel ihrem Heer in den Rücken

Letzterer Vorfall löste die ersten Anzeichen von Unruhe in den Reihen der Itokalteken aus. Wir sahen uns schon einmal nach den Aurischak um, deren Flugkünste wir als Joker einsetzen wollten. Mehr Chaos gab es, als plötzlich, von der Lebenden Heiligen gerufen, unzählige Riesenspinnen aus dem Meeresgrund hervorbrachen und über Freund und Feind herfielen. Das war nämlich der eigentliche Plan der Erzschurkin: beide Armeen an just diesem Ort zu opfern, um sich sich eine viel coolere und mächtigere Spinnenarmee zu schaffen.

Die Feinheiten waren uns erstmal egal. Die Schlachtordnung löste sich auf und für uns war der Moment gekommen: Die Aurischak trugen uns zu der Riesenspinne, auf deren Rücken, die Lebende Heilige mit ihrem Blutstein saß. Unsere Nanschemu- und Amakun-Krieger hielten uns die Spinnegarde vom Leib, und wir meztelten in klassischer Bossfight-Manier den als Grakvalosh-Dämon wiedergekehrten Tan-Uhtor, ein Rudel Wolfsrattenspinnen (die Lebende Heilige bzw. der Spielleiter wollte per Namenlosen-Wunder eigentlich Wolfsspinnen beschwören, fand aber nur die Kampfwerte von Wolfsratten) und schließlich die Endgegnerin selbst, die sich als Auge des Namenlosen entpuppte.

Dass die Riesenspinne bestimmt nicht nur als Reittier gedacht war, ignorierte der Spielleiter. Es wäre sonst möglicherweise eng geworden: Taya-Ko und Kelvar hatte ein Pech-und-Schwefel-Dauerfeuer unter null LeP gebracht, Inger hatte sich mit einem Schildkrötengürtelartefakt in eine spinnenbisssichere, aber auch auch ziemlich schwerfällige Festung verwandelt, nur Irian, der der Namenlosen Heiligen den Blattschuss verpasste, war noch unbeeinträchtigt, aber das war reines Glück beim in DSA 5 ziemlich schwierigen Ausweichen gewesen.

Kaum war die Endgegnerin um, zerplatzten auch beide namenlos verdorbenen Blutsteine ganz von selbst (Der Spielleiter hat und damit nach eigenem Bekunden einen Mdarssla-ähnlichen NSC-Porno mit der Uraltmagierin Jaxarona erspart.) und versenkten ihre unsichtbaren Splitter in die wehrlosen Taya-Ko und Kelvar und den unbeweglichen Inger. Irian hingegen wich auch hier aus.

Die weitere Auflösung folgte dann erzählerisch: Namenlosen-Hierarchiegrad und Plan unserer Gegnerin wurden enthüllt, ebenso das Heilmittel für die Seuche in Porti Velvenya (Der Blutstein der Stadt muss neu geweiht werden; Osorax mit seinen Bluststeinsplitteraugen kann sowas inzwischen) und schließlich das künftige Schicksal der beiden Städte, die sich hier letztlich unentschieden mit leichten Vorteilen für Itokal getrennt haben (uns egal). Nun geht es also zurück nach Porto Vevenya. Wie es der Stadt mit der Seuche - und dem dicken Geweihten - wohl inzwischen ergangen ist?
Tags: dsa, rsp, uthuria
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