Graf Hardimund (grafhardimund) wrote,
Graf Hardimund
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Das Böse ist bunter als man denkt

Mithilfe von Djinnen und Papageien infiltriert die DSA 5 Uthuria-Expedition das Reich des Bösen und lernt die innerparteiliche Opposition kennen. Ist für die gute Sache eine Zusammenarbeit mit gemäßigten Namenlosen-Kultisten möglich?

Etwas überraschend stand unsere Gruppe vor der Frage, ob sie schon jetzt in die Stadt Itokal eindringen soll. Der Wunsch nach mehr Vorabinformation und einer guten Tarnung sprach dagegen. Immerhin ist Itokal nicht nur der Erzfeind unserer derzeitigen Basis Tipokatal, sondern die uthurische Hochburg des Namenlosen-Kults, Sitz unseres lang verhassten Kampagnengegners und möglicher Ort des Endkampfs. Das drohende Schicksal unseres dort gefangenen Unterstützungs-NSCs Raskir sprach dafür.

Das Schicksal meinte es gut mit uns und ließ in der Nacht ein Sklavenkind aus dem Gefangenenlager vor der Stadt, wo wir Raskir vermuteten, einen Fluchtversuch wagen. Dank unseres Ablenkungsmanövers entkam der Uthuru-Häuptlingssohn. Seinen Vorschlag, die Krieger seines Stammes für einen Angriff auf die Stadt zu mobilisieren, stellten wir zwar erst einmal zurück. Aber immerhin gab er uns weitere Informationen, die uns darin bestärkten, ein Kommandounternehmen im Sklavenlager zu wagen.

Kelvar begann nun das übliche Ritual der Djinnenbeschwörung: Er hub an zu jammern, was das wieder an Astralenergie koste und wie nutzlos er danach sein werde. Acht Stunden später war der Luftdjinn startbereit. Wir ließen uns halbwegs unsichtbar über das tagsüber deutlich weniger bevölkerte und bewachte Lager direkt zum Wachturm der grausamen Oberaufseherin tragen und ließen den Djinn mit laufendem Rotor am Eingang zurück. Drinnen belauschten wir ein Gespräch der Aufseherin mit einem Boten der Oberschurkin und Namenlosen-Prophetin aus der Stadt, die ausrichten ließ, dass Raskir der falsche Thorwaler sei und deshalb nutzlos. Die Aufseherin könne ihn wiederhaben, wenn sie wolle.

Es wäre denkbar gewesen, diese Rücküberstellung abzuwarten und Raskir dann zu befreien. Aber dazu hätten wir irgendwie den Boten an uns vorbeilassen müssen, ohne bemerkt zu werden. Wir brachten ihn um und auch die Aufseherin, die sich als vampirische Mensch-Spinnen-Gestaltwandlerin entpuppte, und machten den Abflug. Einen Djinnenwunsch verwandten wir noch darauf, die Häuptlingssohnesschwester einzusammeln, die wir samt ihrem Bruder in Begleitung unserer Nanschemukrieger nach Hause schickten. Vielleicht haben wir ja noch einmal Verwendung für einen dankbaren Uthuru-Stamm in der Nachbarschaft.

Dann ließen wir den Djinn unsere Nepillome-Priesterin aus Tipokatal einfliegen. Mit einem kleinen Wunder ihres Lügengottes legte sie das Xo'artal-Trugbild auf uns, das sich schon bei der Pyramideninfiltration in Amakum bewährt hatte. Taya-Ko und Irian entschieden sich diesmal für die Premiumversion, die zwar mit einem W6 LeP Blutopfer bezahlt werden muss, dafür aber von Tag zu Tag verlängert werden kann. Inger und Kelvar blieben beim kostenlosen Basiswunder. Mit seinem letzten Djinnenwunsch schickte Kelvar den Luftelementar, ein paar Dutzend Papageien einfangen. Damit war dann auch unsere Tarnung für den Besuch in der Feindesstadt perfekt.

Als Vogelhändler vom Lande erhielten wir tatsächlich, wenn auch misstrauisch beäugt, Zugang zur Stadt und entdeckten verschiedene, gleichermaßen merkwürdige wie beunruhigende Dinge:

Auf dem Markt für Ziervögel gibt es zur Zeit kaum Nachfrage. Das Wirtschaftsleben ist fast ausschließlich auf den nahen Krieg mit Tipokatal ausgerichtet.

Die vor ein paar Jahren in die Stadt gekommene Prophetin lebt gut bewacht in der großen Pyramide. Dort erhält eigentlich nur Zugang, wer geopfert werden soll. Und eventuell die Königin der Stadt.

Die Königin wurde vor ein paar Jahren als Aushängeschild für ein neues Regime installiert, bei dem die eigentliche Macht aber bei der Prophetin liegt. Die Königin ist vermutlich unzufrieden, weil der Bau ihres Palastes zugunsten der Kriegsrüstung so gut wie zum Erliegen gekommen ist.

Noch unzufriedener ist die Priesterelite, weil die traditionell gleichberechtigt verehrten Spinnengötter heute zu bloßen Aspekten Burduhs degradiert wurden. Und weil sie ihre Macht an die fremde Prophetin verloren hat.

Und dann ist da noch …

… eine im Bau befindliche Belagerungsmaschine, die so groß ist, dass sie weder durch den Dschungel direkt nach Tipokatal noch durch die Stadt zum Hafen gebracht werden könnte.

… eine gefiederte Drachenschlange, die sich im Leuchtturm eingenistet hat und von den Blutmagiern eifersüchtig abgeschirmt wird.

… eine Schiffscrew, die alle paar Tage in die Bucht hinausfährt um dort nach etwas zu tauchen, was offenbar eine nervenaufreibende Angelegenheit sein muss.

… der Stadtgott Chehuan, der etwas aus der Reihe tanzt, weil er nicht mit einem Spinnenwesen, sondern einem Hai assoziiert ist.

… ein verrückter Expriester, der auf dem Markt den Umsturz predigt.

Über letzteren bekommen wir schließlich Kontakt zu einem Zirkel unzufriedener Priester, die gerne zu den alten Verhältnissen zurückkehren würde. Um die lästige Prophetin loszuwerden, wären sie bereit, zeitweilig mit uns, den Verbündeten des Erzfeindes Tipokatal, zu paktieren.

Wir sind ja ursprünglich im Auftrag Khunchoms beziehungsweise Stoerrebrandts nach Uthuria gesegelte, mehr oder weniger zwölfgöttergläubige Aventurier, die derzeit durch die Grüne Hölle irren, um die konkurrierende al'anfanische Kolonie (ok, langfristig den ganzen Norden Uthurias) vor einer seltsamen Seuche zu retten, die etwas mit dem Namenlosen zu tun hat. Dazu machen wir seit geraumer Zeit gemeinsame Sache mit den obskure Götzen verehrenden, Blutmagie praktizierenden und am laufenden Band Menschen opfernden, alle anderen Völker tyrannisierenden Xo'artal; zunächst mit dem arroganten, mächtigen Amakun, dann mit dem heruntergekommenen, in seiner Verzweiflung noch menschenverachtenderen Tipokatal. Sollte man ausgerechnet an dieser Stelle mit den Kompromisse machen aufhören?

Diese Frage stellt sich zumindest Irian. Inger und Kelvar scheinen sie schon für sich beantwortet zu haben und planen einen nächtlichen Rückzug, schwimmend durch den Hafen. Neben moralischen Skrupeln treibt sie aber auch das Ende ihres Tarnungswunders an. Wie Taya-Ko die Sache sieht, ist noch zu klären. Korrektur: Der Moha hatte auch die kostenlose Einmalvariante gewählt und will abtauchen. "Richtig ist allerdings, dass er wohl die geringsten Skrupel hat, wenn hin und wieder ein Opfer vonnöten ist", teilt der Moha per Mail mit. Dann ist wohl Magier Kelvar der andere neben Irian, der für einen weiteren W6 Lebenspunkte seine Tarnung aufrecht erhalten könnte. Dennoch meine ich in Erinnerung zu haben, dass er für eine Kooperation mit dem geringfügig weniger namenlosen Übel nicht aufgeschlossen ist.

Tags: dsa, rsp, uthuria
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