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Graf Hardimund
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Der Norbarde, die Räuber und das Gewürzkästchen

Immer noch keine Blutulmenqueste in der DSA 5 Andergast-Kampagne. Da der Sume seine Teilnahme erst kurzfristig avisiert hatte und zudem ein Gastspieler zu integrieren war, gab es mal wieder einen Ersatzplot. Dessen Lösung durch die Helden treibt das Dorf ein kleines bisschen weiter der Gesetzlosigkeit entgegen. Aber weit weniger als möglich gewesen wäre.

Rund eine Woche nach der Aufregung um die Wildereivorwürfe gegen den Bauernsohn Firnwalt kommt der lang erwartete norbardische Händler in Dorf. Der wird gespielt von unserem Gastspieler und berichtet tränenreich von einem Überfall. Selbsternannte „Andergaster Patrioten“ hätten ihm eine Stunde westlich des Dorfes aufgelauert und „gerechte Zölle“ eingetrieben: seinen Geldbeutel, das Gewürzkästchen und ein Fässchen teuren Met; also alles, was schnell als wertvoll und leicht zu transportieren ausgemacht war.

Zugleich agitierte ein ungewöhnlich bewaffneter Barde im Gasthaus und sang das bekannt klingende Lied auf die „alten Freiheiten des Andergaster Volkes“. Wer mehr wissen wollte, sollte sich zur Mitternacht an einer hohlen Eiche am Weg nach Dreiseenbroich einfinden. Die Helden argwöhnten bereits, dass es da einen Zusammenhang mit den Räubern gäbe, ließen sich vom Norbarden aber erst einmal zur Stelle des Überfalls führen und nahmen dort die Fährte der drei Räuber auf.

Trotz beträchtlicher Probenzuschläge führten Jäger Firuslaw und Holzfäller Carr die Gruppe durch den finsteren Wald zu einem halb im Morast versunkenen, verlassenen Einödhof und kundschafteten erfolgreich und unbemerkt die Lage aus. Zwei Räuber, Ingal der Bogner und die Grobe Algane, hatten es sich halbwegs gemütlich gemacht und warteten auf ihren Anführer und den Barden, die bald mit frisch rekrutiertem RäuberFreiheitskämpfernachwuchs von der hohlen Eiche zurückkehren sollten. Mit der spirituellen und moralischen Autorität des Sumen Ludepold Birgelbaum, unterstützt durch die mit Armbrust und Bogen drohenden Carr und Firuslaw, übernahmen die Helden den Hof unblutig, setzen Ingal und Algane fest und lauerten deren bald zurück erwarteten Räuberkumpanen auf.

Da der Norbarde im Dorf die Anzahl der ihn bedrängenden Räuber maßlos übertrieben hatte, hatten sich die Bauern mit ihren Familien zuhause verbarrikadiert. Darum hatten sich überhaupt nur zwei Interessenten zum Treffpunkt begeben, nämlich der notorisch rebellische Firnwalt der Jüngere und seine aufmüpfige Schwester Firnhild. Sie folgten nun Anführer Olgrimm und Elmar dem Barden ins Versteck. Dort gelang es den Helden, sie allesamt zu überrumpeln. Der Druide beruhigte die Situation, und so widerstanden die Räuber der Versuchung, den Status Firnwalts und Firnhilds von „Rekruten“ auf „Geiseln“ zu drehen.

Stattdessen bekam Olgrimm, den Firuslaw als einen wegen „Unregelmäßigkeiten“ gefeuerten Bewaffneten des verstorbenen Ritters Grimmhart Erlwald wiedererkannte, Gelegenheit, seinen Plan zu erklären. Er wollte die Abwesenheit des Junkers, seines Ritters und zweier Waffenknechte nutzen und Dreiseenbroich überfallen. Er rechnete damit, dass sich die verbliebenen Bewaffneten in die Rittermotte zurückziehen und das Dorf der Plünderung überlassen würden. Insbesondere das Haus eines Praios-Laienbruders verspreche reiche Beute. Und man könne offene Rechnungen begleichen, sagte er mit Blick auf Firuslaw.

Dieser hat tatsächlich eine solche mit seinem Stiefvater in Dreiseenbroich und stieg als einziger Held auf das Angebot ein. Der auf Ärgervermeidung erpichte Wirt Emmeran und der autoritätsgläubige Carr lehnten ab. Ludepold erklärte die Unternehmung für aus Sicht des Waldes und der Erdmutter unbedenklich, solange statt auf Gewalt auf Heimlichkeit gesetzt würde. Der Norbarde erhielt sein Eigentum zurück – abzüglich jener Hälfte von Gewürzen und Met, die der Sume als Opfer auf der Erde verteilt hatte – vergaß seinen Groll und zeigte sich aufgeschlossen, künftig am Weiterverkauf der erwarteten Beute zu verdienen.

Wie der Raubzug in Dreiseenbroich verläuft, werde ich mit dem Spieler des Jägers per Mail klären. Während Firuslaw und Firnwalt in einigen Tagen mit Olgrimm und Kumpanen aufbrechen werden – Firnhild muss sich den patriarchalischen Verhältnissen Andergasts beugen und darf nicht mit – hält der Rest der Gruppe in Moorhügel die Füße still. Und hofft, dass nichts schiefgeht, was nach der Hermelinaffäre irgendwie auf das Dorf zurückfallen und seinen Ruf als aufrührerisches und gesetzloses Nest verstärken könnte.

Der Norbarde ist derweil schon auf dem Weg ostwärts nach Berlinzum Thuransee. Vorher konnte er noch, unbemerkt von den anderen, einen im doppelten Boden des Gewürzkästchens versteckten Brief an Tommelion den Nostrier übergeben. Welches Ungemach daraus für das Dorf erwachsen mag – das weiß ich selbst noch nicht so genau. Beim nächsten Mal wird erst mal eine Blutulme gefällt.
Tags: andergast, dsa
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