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In der DSA 5 Andergast-Runde wird Gericht über einen Rebellen Wilderer Bauerntrottel gehalten. Zeit für ein paar alternative Fakten.

Da sich Firnwalt in der winterlich-kalten, von Sumpfranzen belagerten Moosgrotte zunehmend perspektivlos vorkam und ich den Hermelinplott endlich zu Ende bringen wollte, ließ ich den wegen Wilderei und Rebellion angeklagten Bauernsohn sich dem Gericht des Freiherrn stellen. Die Helden, insbesondere Jäger Firuslaw, hatten sich ja bereits in der Sache engagiert und wollten nun beim Junker Hartwig Stimmung für ein möglichst gnädiges Urteil machen. Der Junker ist in der Sache nicht nur Ankläger, obwohl hier eigentlich sein Gefolgsmann und Mentor Ritter Holgmar, die treibende Kraft ist. Als Vasall des Freiherrn von Thuranien ist er auch einer der Richter, die sich zum 1. Firun in Egelingsvenn versammeln.

Druide Ludepold ist leider verhindert, und so zieht Firuslaw mit Holzfäller Carr und Magier-Wirt Emmeran nach Dreiseenbroich. Anlass bietet die Übergabe von Sumpfranzenköpfen, auf die Jagdprämien ausgesetzt sind. In der Motte des Junkers kündigen sie nicht nur dessen Absicht, sich der Gnade des Gerichts zu unterwerfen an. Sie behaupten auch, Firnwalt habe einen Drachen entdeckt. Überhaupt habe ihn der Anblick des Drachen so verwirrt, dass er möglicherweise – so genau wisse er das nicht mehr – merkwürdige Reden geführt haben könnte, die man als aufrührerisch missverstehen könne.

Der Junker steigt drauf ein und lässt sich vom von den Helden dirigierten Firnwalt zum gemiedenen Tal führen und ist dort tatsächlich sichtlich beeindruckt. Ritter Holgmar ist es ebenfalls und offenbart einerseits eine tiefe Ergriffenheit vom Relief des Auerochsen, wie insbesondere Firuslaw auffällt. Andererseits klingen seine Jugenderinnerungen, wie man einmal einen Drachen durch Opferung einer Bauernmiliz bezwungen habe, auch eher beunruhigend. Aber das steht ja erst mal nicht zur Debatte. Vielmehr geht es um Kopf und Hand des jungen Firnwalt beim Gericht des Freiherrn.

Dazu habe ich mir eine Skala mit dem möglichen Urteil gemacht, von Hängen wegen Rebellion über Hand ab wegen Wilderei über Geldbuße und/oder Prügel wegen mildernder Umstände bis Freispruch. Geeignete Worte und Taten der Helden würden den Marker in Richtung Freispruch verschieben. Die Drachengeschichte hilft da schon einmal sehr. Außerdem ist es gut, dass Firnwalt und die Familienoberhäupter von Moorhügel als Leumundszeugen überhaupt in Egelingsfenn angekommen sind (wäre durchaus fraglich gewesen, hätten die Helden lieber der Junker anstatt der Dorfdelegation begleitet). Nützlich wäre es auch gewesen, wenn Ritter Holgmar als eigentlicher Ankläger nicht vor Gericht erschienen wäre. Außerdem hätte die Fürsprache eines Druiden (da der Spieler verhindert war, hätte ich davon allein nicht die Hand-ab-Frage nicht abhängig gemacht) oder eines Magiers einiges bewirkt.

Da nichts davon geschah und die Helden auch sonst keine Anstalten machten, das Gericht im Vorfeld oder bei der Verhandlung selbst zu beeinflussen, reichte es gerade so, Firnwalt mit einer Auspeitschung und einer Geldbuße davonkommen zu lassen. Letztere kann er immerhin aus seinem Anteil der Beute vom Raubzug beim Praioten von Dreiseenbroich bezahlen. Ebenfalls verurteilt wird übrigens ein gewisser Schreinergeselle aus Egelingsfenn. Da er nicht nur ein Dieb, sondern auch ein Tempesfrevler ist, muss er erfrieren und verhungern, bevor er gehängt wird. Die Helden verpassen es, den Vorwurf des Tempeldiebstahls („Wieder holen ist gestohlen“) abzumildern und sich so einen - für Firnwalt nützlichen – Ruf als Wahrer der Gerechtigkeit zu schaffen. Carrs Einlassungen, dass ein Diebstahl kein Diebstahl sei, wenn der Bestohlene nichts vermisst, nützen eher nichts.

Aber das ist am Ende auch egal. Firnwalt behält seine Hand, Emmeran bekommt ein paar Zuchttauben und Firuslasws Schwester ein neues Kleid. Und da es beim Gericht des Freiherrn thematisiert wurde, wird in Moorhügel die vakante Stelle des Jagdaufsehers neu besetzt, und der schlafende Drache im gemiedenen Tal kriegt vermutlich bald Besuch von potentiellen Drachentötern.


Posted via m.livejournal.com.

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06 Februar 2017 @ 22:12
Die DSA 5 Andergast-Runde kümmert sich um das, was in dem traditionsbewussten, bodenständigen Königreich wirklich zählt: Holzfällerei und Schweinezucht.

Es muss eines von Karl-Heinz Witzkos schrägen Soloabenteuern in den 90ern gewesen sein, vielleicht "Straßenballade", in dem nicht nur erstmals der der Wojwode als nostrischer Adelsrang auftauchte, sondern auch ein Schweinedämon. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde er auch nur erwähnt als Ausrede, wieso der Woijwode dem König erneut keine Abgaben leisten könne, und anders als der obskure Titel wurde er wohl auch nie kanonisch. Aber irgendwie spukte er noch in meinem Kopf herum und kam gerade passend zum Vorschein, als ich noch einen Baustein für die jüngste Spielsitzung brauchte.

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24 Januar 2017 @ 23:26
Kwt.


Posted via m.livejournal.com.

 
 
Die Höhle im gemiedenen Tal übt auf meine DSA 5 Andergast-Runde eine seltsame Faszination aus. Nicht nur ist der schlafende Drache mittlerweile ein beliebtes Besichtigungsziel. Er animiert offenbar auch Spielerhelden dazu, ihre Geheimnisse zu enthüllen.
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10 Januar 2017 @ 22:11
In der DSA 5 Andergast-Runde macht sich Holzfäller Carr daran, das Geheimnis seines Ziehvaters aufzudecken – bis er entdeckt, dass er seine Probleme auch mit Gewalt lösen kann.

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17 November 2016 @ 23:16
Die DSA 5 Andergast-Runde macht einen Besuch am Herrschersitz und ist von den Ereignissen dort mäßig begeistert.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Blutulmen-Queste konnte Obmann Olbricht Eichenfeller nicht umhin, unserem Holzfäller Carr die Empfehlung für den Vogt des Freiherrn auszustellen. Auch wenn Carr argwöhnte, dass die Sache einen Pferdefuß hat, machte er sich frohgemut auf nach Egelingsfenn, um das lang ersehnte Steineichenhandelsprivileg zu erbitten. Sume Ludepold lockte ich mit einem möglichen Treffen mit Kusmin, dem Recken Sumus im Rat des Königs. Wirt Emmeran hatte die jährliche Boronsgans als Teil der Kneipenpacht abzuliefern. Jäger Firuslaw war verhindert.

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07 November 2016 @ 23:42
Ich habe die - bislang zwei - Fakten-Einträge zu unserer DSA 5 Andergast-Kampagne korrgiert und ergänzt. Weitere Überabreitungen und gegebenenfalls neue Posts mit dem Tag Andergast-Fakten werden folgen, wann immer neue NSC und Orte auftauchen, wichtige Tatsachen geschaffen werden, die Spieler und ich Fehler entdecken oder einfach die Wirklichkeit unseren Wünschen anpassen möchten.
 
 
07 November 2016 @ 22:30
Den Vorteil „Mysteriös“ haben alle vier Charaktere meiner DSA 5 Andergast-Kampagne genommen, wenn auch in unterschiedlichen Stufen. Druide und Sumupriester Ludepold ist geheimnisvoll schon von Berufs wegen. Holzfäller Carr hat ein unheimliches Feuermal in Form eines Wolfskopfs im Gesicht und wurde als Findelkind im Wald aufgelesen. Von Magier Emmeran weiß niemand, dass er Magier ist. Stattdessen gibt er sich als Ex-Soldat aus, der sich als Wirt ausgibt.

Da kam Jäger Firuslaw mit seinem bisschen Wilderei und Pelzschmuggel bislang geradezu harmlos daher. Allerdings konnte man ahnen, dass ihn etwas antreibt, das über offensichtliche Motive wie den Hass auf seinen Stiefvater und die Sorge um das Auskommen für sich und seine Schwester hinausgehen.

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07 November 2016 @ 21:27
Wir erinnern uns: Am Spieltag Null hatten wir noch ein bisschen zwangloses Charakterrollenspielgedöns gemacht. In dessen Verlauf hatte Holzfälle Carr dem Jäger Firuslaw nicht nur einen auf die Spürnase gegeben. Er hatte auch noch Olbricht, den Obmann der örtlichen Holzfällerbruderschaft herausgefordert. Der ist aus bislang unbekannten Gründen nicht gut auf den Wechselbalg Ziehsohn seines verstorbenen Mitbruders zu sprechen. Seine Fürsprache wird aber gebraucht, damit Carr vom Freiherrn die Erlaubnis erhält, Steineichen zu schlagen und zu verkaufen. Es bestünden Zweifel an seiner Würdigkeit, redete ich mich er sich vage heraus.

„Stell mir eine Aufgabe, damit ich beweisen kann, dass ich würdig bin“, verlangte Carr.

OK, gute Idee, aber nun musste Butter bei die Fische: „Bring mir eine Blutulme!“ Da wir gerade im Gasthaus eines heimlichen Magiers waren, flutschte die Assoziationskette Zauberer – Stab – Blutulme wie von selbst.

„Wo wächst denn wohl eine?“ - „Äh, nur im gemiedenen Wald“, soufflierte ich dem Sumen Ludepold. Das war nun erst mal wieder auf Zeit gespielt. Aber da war mir schon klar, dass ich jetzt wohl ein Geheimnis anknabbern würde, das ich eigentlich für weit später vorgesehen hatte. Oder auch nicht, denn dann sorgen Besetzungsprobleme dafür, dass wir erst mal andere Handlungsstränge an anderen Schauplätzen anspielten.

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Immer noch keine Blutulmenqueste in der DSA 5 Andergast-Kampagne. Da der Sume seine Teilnahme erst kurzfristig avisiert hatte und zudem ein Gastspieler zu integrieren war, gab es mal wieder einen Ersatzplot. Dessen Lösung durch die Helden treibt das Dorf ein kleines bisschen weiter der Gesetzlosigkeit entgegen. Aber weit weniger als möglich gewesen wäre.

Rund eine Woche nach der Aufregung um die Wildereivorwürfe gegen den Bauernsohn Firnwalt kommt der lang erwartete norbardische Händler in Dorf. Der wird gespielt von unserem Gastspieler und berichtet tränenreich von einem Überfall. Selbsternannte „Andergaster Patrioten“ hätten ihm eine Stunde westlich des Dorfes aufgelauert und „gerechte Zölle“ eingetrieben: seinen Geldbeutel, das Gewürzkästchen und ein Fässchen teuren Met; also alles, was schnell als wertvoll und leicht zu transportieren ausgemacht war.
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